Der Teufel hat den Schnaps gemacht

Was hat nun ein zugegebenermaßen „etwas“ älterer deutscher Schlager Schlager mit der Deutschen Bahn zu tun? Nun ja, vielleicht wollte ich einfach nicht mit der Tür – oder besser mit der Überschrift – ins Haus fallen.

Wer mir auf Facebook folgt, der kennt die „Geschichten eines Bahnreisenden“, die ich in allwöchentlichen Rhythmus während meiner Wochenendpendelei zwischen Kiel und Köln und später dann zwischen Weilheim i.O. und Köln über Jahre hinweg erzählen durfte. Manchmal fühlte es sich eher wie „müssen“ an, nur um ein wenig dem Frust und dem Unverständnis für den Zustand auf der Schiene entfliehen zu können.

Rein in die Bahn – raus aus dem Stau

www.bahn.de

Dieser Slogan hat mich über Jahre begleitet und stimmte nur bedingt. Der Stau blieb, meist wesentlich länger als zur gleichen Zeit auf der Autobahn. Lediglich das Fahren – in der Wirklichkeit eher Stehen auf dem Gleis – übernahmen andere. So mag der Bahn-Fanboy unter meinen Bekannten sagen: „Ich weiß nicht, was Du kritisierst. Irgendwann kommt sie (die Bahn) an. Und dann ist man 1a entspannt! Du musst einfach ruhiger werden, Ford.“ Letzteres war kein Hinweis auf die amerikanische Automarke, sondern ein Spitzname für mich, abgeleitet von einen der großartigsten Trash-Comedy-Filme der 90er namens „Ford Fairlane – the Rock ’n Roll Detective“ mit Andrew Dice Clay in der Hauptrolle. Passte wie die Faust aufs Auge der Spitzname. Denn eins ist klar: Ford hätte niemals die Bahn genommen. Allerdings wären 1200 Kilometer jedes Wochenende mit einen Oldtimer auch sehr mutig gewesen. Und das, obwohl er Haifischflossen hatte.

Auch ist richtig, dass man irgendwann schon ans Ziel gelangen würde. Nur fahren S- und U-Bahnen in Großstädten eben auch nicht 24/7 und auf dem Land die Regioanschlüsse schon gar nicht. Deswegen ist „irgendwann“ hier nur bedingt genießbar.

Aber was soll’s?! Ich muss seit einem Jahr nicht mehr mit der Bahn pendeln, sondern fahre täglich ingesamt 2,5 Stunden Autobahn und Landstraße. Ob ich mich zurücksehne? Wer die „Geschichten eines Bahnreisenden“ kennt, der kann sich die Antwort ebenso denken.

In diesem Sinne: Wo auch immer Ihr fahrt, reist, pendelt: Ich wünsche Euch gute Fahrt und dass Ihr gut und vor Allem gesund am Ziel ankommt. Und wer jetzt Lust auf „Ford Fairlane“ bekommen hat: Grüßt mir Art Mooney!

Foto: Von Arild Vågen – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Share